QUARTETT von Heiner Müller

QUARTETT von Heiner Müller

24.11.2017 - 20:00 Schauspiel

In Müllers Bearbeitung des Briefromans „Les liaisons dangereuses“ (1782) von Choderlos de Laclos konzentriert er den Stoff der Romanvorlage auf den Machtkampf zwischen der Marquise de Merteuil und ihrem ehemaligen Geliebten Valmont. Sie trägt ihm auf, er solle ihre Nichte verführen, ihn aber interessiert die Entehrung einer anderen mehr. Eine giftige Auseinandersetzung nimmt ihren Lauf. Im weiteren Verlauf des Stückes wechseln die Geschlechterrollen: So wird Merteuil zum geübten Verführer, Valmont zur jungfräulichen Nichte, die es zu „vernichten“ gilt. Ritualhaft vollzieht sich zwischen diesen beiden gegen ihren Untergang ankämpfenden Hofintriganten ein zerstörerischer, zeitloser Kampf der Geschlechter, der keine Gewinner kennt.

35 Jahre nach der Uraufführung ist es Zeit, QUARTETT im Hinblick auf gegenwärtige Gender-Debatten neu zu befragen. Aussagen wie „Grab her by the pussy“ und Parteiprogramme, die auf alleinerziehende Mütter vergessen, lassen darauf schließen, dass der Geschlechterkampf, den Müller in seinem Werk recht drastisch skizziert, noch immer andauert. Dass er vielleicht durch einen konservativen Backlash wieder verstärkt wird.

VALMONT Ich glaube, ich könnte mich daran gewöhnen, eine Frau zu sein, Marquise.
MERTEUIL Ich wollte, ich könnte es.

Regie und Raumkonzept: Thomas Thalhammer

Mit: Maria Astl und Maks Suwiczak

Video: Sebastian Kraner

Bild: Sophia Süßmilch

Eine Koproduktion des Ateliertheaters

Spieltermine:
24./25./26. November
07./ 08. Dezember

Tickets:
VVK: 18,-
AK: 21,-
Erm: 16,-

Fotos: Sebastian Kraner